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Ines Bruckschen
15-09-2020 16:57

Buchtipp: „Starting a Revolution“

Wer Business-Tipps erteilt wie „Hilf deinen Mitarbeiter*innen, ihre eigenen Bestimmungen zu finden“, der hat meine volle Aufmerksamkeit. Doch wie wollen Naomi Ryland und Lisa Jaspers die alte Führungsriege überzeugen, für die Business schließlich kein Wunschkonzert ist? Gar nicht. Sie verschwenden keine Energie in Diskussionen mit einem kaputten Wirtschaftssystem, sondern machen sich an den Aufbau eines neuen. Eine Revolution eben. Und die macht Laune.

 

Business-Tipps kommen sonst ja gerne tough daher. „Macht es nicht“, riet Elon Musk gerade einer Gruppe von Studierenden an der Draper Universität, die ihn nach seinem wichtigsten Ratschlag für Gründer fragten. Es sei sehr schwer, ein Unternehmen aufzubauen. „Und es ist schmerzhaft.“ Er spricht von „Glas essen und in den Abgrund starren“. Puh!

 

Wie erfrischend, dass Naomi und Lisa in „Starting a Revolution“ einen anderen Blick auf das Thema haben. „Hinterfrage alle Business-Tipps, die du bisher bekommen hast. Befolge nur die Ratschläge, die sich für dich richtig anfühlen“, lautet einer meiner Lieblings-Tipps.

 

Die beiden wissen, wovon sie schreiben. Als Gründerinnen der Karriere-Plattform tbd* bzw. des Fairtrade-Online-Shops „Folkdays“ haben auch sie ein paar harte Jahre in der Startup-Welt hinter sich, mit Überarbeitung, Druck und Konflikten. Dann kam der Punkt, an dem sie beschlossen: Wenn sich die Arbeit falsch anfühlt, dann müssen wir es eben anders machen. Sie suchten nach einer Reihe von Gründer*innen, die mit ihren Unternehmungen eine andere Arbeitswelt verkörpern – gerechter, ethischer, nachhaltiger und vor allem mit mehr Freude. Mit anderen Worten: Sie suchten Vorbilder.

 

Gefunden haben sie neben inspirierenden Gründerpersönlichkeiten und ihren blühenden Geschäftsmodellen auch jede Menge Erkenntnisse. Zum Beispiel, dass alles bei uns selbst anfängt, denn wer andere wertschätzend führen will, braucht zunächst eine gute Beziehung zu sich selbst. Auch über die Entwicklung einer modernen Organisationsstruktur schreiben sie und eine Arbeitskultur, die von Motivation und Zufriedenheit geprägt ist. Dann funktioniert auch ein Recruiting über Werte, das Mitarbeitende anzieht, die bleiben und sich mit aller Kraft engagieren. Dann können sich die Unternehmer*innen für ein bewusstes Wachstum durch Innovation einsetzen, ohne ihre Werte zu verraten.

 

Eines führt hier zum anderen und verbindet schlüssig Theorien und Ansätze, die wir zuletzt häufiger gehört haben. Die Autorinnen fassen diese Theorien immer noch mal in Kästen zusammen und ergänzen mit Beispielen aus ihrer eigenen Berufspraxis. Am intensivsten wird es, wenn Gründerpersönlichkeiten wie Vivienne L’Ecuyer Ming, Anna Yona oder Joana Breidenbach selbst zu Wort kommen und Klartext reden, was sie in ihrer Startup-Blase gestört hat und was sie nun tun, um eine andere Arbeitswelt zu gestalten. Das inspiriert und macht Lust auf Arbeit!

 

Naomi und Lisa wollten eine Art nützliches Manifest für angehende Business-Revolutionär*innen schreiben und über eine immer stärkere Vernetzung mit Gleichgesinnten eine immer menschlichere Arbeitswelt entwickeln. Ersteres ist ihnen bereits gelungen und für das zweite drücke ich fest die Daumen. „Trau dich, du selbst zu sein“ ist übrigens noch so ein Lieblings-Prinzip von mir aus dem Buch.

 

Alle 11 Prinzipien zusammen gibt’s hier:

Naomi Ryland, Lisa Jaspers: „Starting a Revolution – Was wir von Unternehmerinnen über die Zukunft der Arbeitswelt lernen können“, 209 Seiten, Econ, 18 Euro

Starting a Revolution

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