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Ines Bruckschen
05-08-2020 10:05

Neues Glück – außerhalb der Komfortzone

Das Leben ist zu kurz, um viel Zeit mit einem ungeliebten Job zu vergeuden, fand Mareike Kirch. Sie ließ eine komfortable, gut bezahlte Festanstellung sausen, um ihr berufliches Glück zu finden, getreu dem Motto: „Happy Job >> Happy Life“. Ich habe sie gefragt, welche Ängste und Hürden sie dabei überwinden musste und ob Corona ihr nicht einen großen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ihre Antworten? Äußerst inspirierend!

 

Mareike, du bietest „FYCZ Coaching“ an, was für „F**k you Comfort Zone“ steht – ganz schön provokant. Ist die Komfortzone wirklich so schlimm?

Grundsätzlich ist sie natürlich nichts Schlechtes. Da sind unsere Freunde, da fühlen wir uns wohl, dahin können wir uns zurückziehen, um aufzutanken … Aber es bringt halt nichts, immer dort zu bleiben. Ich möchte wachrütteln, andere dazu ermutigen, an sich zu glauben und ihre Komfortzone zu verlassen, um neue, passendere Dinge in ihr Leben zu holen.

 

Du selbst hast deine Komfortzone ziemlich radikal verlassen und eine gut bezahlte Festanstellung als Maschinenbau-Ingenieurin in der Automobilindustrie gegen die Selbstständigkeit eingetauscht. Hat dich das nicht auch mal an den Rand der Panikzone gebracht?

Das war ein Prozess. Erst habe ich versucht, meinen Job mit Aspekten anzureichern, die ihn attraktiver für mich machen. Nach einem Sabbatical in Südostasien bin ich in den technischen Vertrieb gegangen, weil ich mehr Kontakt zu Menschen haben wollte. Dann habe ich mich zur Coachin ausbilden lassen, um meine Kund*innen noch besser fragen und unterstützen zu können. Dabei kam mehr oder weniger heraus, dass die Rahmenbedingungen in meinem Job gar nicht mehr zu mir passen. Vielleicht sind sie auch verantwortlich für meine ständigen Erkältungen? Nach vielen Gesprächen mit Freundinnen, später auch mit meinen Eltern, kündigte ich den Job und gründetet schließlich im April FYCZ Coaching.

 

Mehr Sinn im Job wünschen sich viele. Wen willst du vor allem ansprechen?

Frauen, die im mittleren Management von männerdominierten Berufsfeldern arbeiten und schon ein bisschen Berufserfahrung mitbringen. Denn als ich damals nach Unterstützung suchte, fand ich vor allem Angebote für höhere Positionen. Ich habe selbst erlebt, mit welchen Vorurteilen Frauen immer noch konfrontiert sind: als Zicke, wenn ich widersprochen habe, oder als Protokollführerin, weil die Männer keinen Bock darauf hatten. Die Frauen in meinem früheren Job haben ihr Licht oft unter den Scheffel gestellt, und ich dachte immer: Mensch, du bist doch so gut! Ich möchte den Zusammenhalt unter Frauen fördern.

 

Das klingt toll, mag aber so mancher, müde gekämpfter Frau in Männerdomänen realitätsfern erscheinen. Hast du ein Beispiel für uns?

Gerne. Celia ist Anfang 30 und war auf dem Weg, Lehrerin zu werden. Im Referendariat hat sie allerdings festgestellt, dass ihr dieser Beruf gar nicht wirklich liegt. Stattdessen liebt sie es, handwerklich zu arbeiten. Außerdem sind ihr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein extrem wichtig. Ich habe mit ihr daran gearbeitet, was sie wirklich will und tue es noch. Mittlerweile hat sie zusammen mit ihrer Freundin ein eigenes Unternehmen „WeUpcycle“ gegründet – reine Frauenpower! http://www.weupcycle.de

 

Aber jeder Job hat doch seine Schattenseiten. Was gefällt dir an deinem neuen Job weniger und wie gehst du damit um?

Die Selbstpräsentation fiel mir anfangs schwer. Mein Gesicht auf Social Media zu zeigen und darunter meine Botschaften zu schreiben … puh. Und die Finanzierungsplanung gehört auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich löse beides, indem ich mir Leute gesucht habe, die mich dabei unterstützen.

 

Und Corona? Ist es nicht fatal, direkt nach der Gründung auf eine Pandemie reagieren zu müssen?

Ich gebe zu, ganz am Anfang kurz in Panik geraten zu sein. Dann habe ich aber auch sehr schnell die Chance darin gesehen. Die Welt ist so ruhig geworden, da konnte ich wunderbar an meiner Struktur arbeiten. Jetzt steht die Webseite, ich habe verschiedene Angebote und neue Projekte – jetzt bin ich viel weiter als gedacht. Und ganz ehrlich: Coaching funktioniert online auch richtig gut!

 

Über Mareike Kirch:
Mareike hat bei mir die Ausbildung Laufbahn- und Karriere-Coach absolviert. Alles weitere über sie und ihr Angebot unter www.fuckyoucomfortzone.de

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