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Ines Bruckschen
10-01-2020 19:17

Was ist Job Crafting? Neue Erfolgsstrategien für die HR!

Im Karriere-Coaching wird oft klar: Es geht nicht darum, einen komplett neuen Job oder Arbeitgeber zu finden. Vielmehr wünschen sich viele Menschen, ihre aktuelle Arbeit durch eine sinnvolle Aufgabe oder ein für sie attraktives Projekt anzureichern, um ihre Stärken zu entfalten. Dann bleiben sie auch ihrem Unternehmen als motivierte Mitarbeitende erhalten. Wie all das gelingt? Mit Job Crafting, einer Methode aus dem Karriere- und Laufbahn-Coaching.  

Der Begriff wurde 2001 durch eine Studie der US-Forscherinnen Amy Wrzesnieswki und Jane E. Dutton geprägt. Darin führten sie Tiefeninterviews mit Putzkräften eines Krankenhauses und wollten wissen: Was motiviert die Menschen zu ihrer Tätigkeit? Und wie zufrieden oder unzufrieden sind sie damit? Wie erwartet, empfand ein Teil der Befragten den Job als wenig erfüllend. Ein anderer Teil genoss es jedoch, täglich Kollegen und Patienten zu begegnen und zu sehen, wie Zimmer und Flure nach getaner Arbeit blitzten. Sie sahen sich als Teil von etwas Größerem, sie trugen zur Gesundung von Patienten bei. Und sie putzten nicht streng nach Vorgabe, sondern entschieden möglichst oft selbst, wann und wie umfassend sie ihre Aufgaben erledigten.

Nutzen wir das Job Crafting im Laufbahn- und Karriere-Coaching, dann lässt sich mit dem Coachee herausarbeiten,

  • an welchen Punkten er seine Arbeit freier gestalten könnte => Task Crafting
  • wie er soziale Kontakte in seiner Arbeit freier nutzen könnte => Relational Crafting
  • wie er seiner Aufgabe einen Sinn verleihen könnte, wenn er ihren Wert für das
    Unternehmen oder ein größeres Ganzes betrachtet => Cognitve Crafting

Gelungene Beispiele für Job Crafting:

  • Ein IT-Spezialist, der Kollegen auch schult, anstatt immer nur im Notfall gerufen zu werden
  • Eine Controllerin, die Spaß am Schreiben hat, bloggt für ihr Unternehmen
  • Ein Fließbandhelfer, der das Materiallager zeitsparend und kraftschonend einrichtet

Wenn Unternehmen die Talente ihrer Mitarbeiter erkennen, ihnen Freiraum zur Entfaltung geben und Aufgaben nach Bedarf umschichten wobei es häufig genügt, kleine Schrauben zu verstellen – dann steigt deren Motivation signifikant! Das bestätigt eine Meta-Analyse von Hannes Zacher (Universität Leipzig), der mit US-amerikanischen Kollegen 122 Einzelstudien zu 35.000 Erwerbstätigen ausgewertet hat.

Fazit: Job Crafting kann in Arbeitswelten, wo Abteilungsgrenzen gesprengt, Hierarchien abgeschafft und Zuständigkeiten verschmolzen werden, den entscheidenden Unterschied machen. In den Unternehmen der Zukunft wird agil gesteuert, komplex gearbeitet und rasch entschieden dafür muss man die Stärken und Potenziale der Mitarbeiter bestmöglich nutzen. Daher empfehlen wir den Unternehmen, ihren Mitarbeitenden ein Karriere-Coaching anzubieten. Wir von Competence on Top trainieren das Job Crafting in unserer 4-tägigen Ausbildung zum Laufbahn- und Karriere-Coach.  

Quellen: Amy Wrzesnieswki / Jane E. Dutton, University of Michigan 2001;
Hannes Zacher, Universität Leipzig 2017

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